Strom einkaufen ohne Glaskugel – mit DIHK und GP JOULE
Shownotes
Einmal im Jahr Strom bestellen und hoffen, dass der Preis passt? Für Unternehmen ist das eine riskante Strategie. Doch wie lässt sich der Energieeinkauf besser aufstellen, wenn Preise schwanken und die nächsten politischen Entscheidungen schwer vorhersehbar sind?
Michael Nöding und Dirk Voges sprechen mit Dr. Sebastian Bolay von der DIHK und Heinrich Gärtner von GP JOULE über Strombeschaffung, Absicherung und die Frage, welche Rahmenbedingungen Unternehmen für Investitionen brauchen.
Vom jährlichen „Knöpfchendrücken“ führt das Gespräch zu Einkauf in Teilmengen, Eigenversorgung und Hedging. Danach wird es grundsätzlich: Ist die Merit Order noch zeitgemäß? Wie passen ein gemeinsamer Strompreis und regionale Netzengpässe zusammen? Und welche Signale helfen, Strom dann zu verbrauchen, wenn er vor Ort verfügbar ist?
Das steckt in dieser Folge:
- Strom strategisch einkaufen: Einkaufszeitpunkte und Mengen verteilen, statt alles auf eine Karte zu setzen.
- Risiken absichern: Was Hedging bedeutet – und weshalb ein festgeschriebener Preis nicht automatisch der günstigste ist.
- Eigenversorgung und Speicher: Welche Rolle sie in der Energieversorgung von Unternehmen spielen können.
- Planungssicherheit schaffen: Warum unklare politische Rahmenbedingungen Investitionen ausbremsen.
- Merit Order verstehen: Wie der Strompreis entsteht und warum das Schraubenbeispiel zur Debatte über die Netze führt.
- Regionale Preissignale diskutieren: Unterschiedliche Perspektiven auf Strompreiszonen, Netzentgelte und physische Engpässe.
- Anschlüsse planbarer machen: Was Unternehmen für Elektrifizierung und langfristige Standortentscheidungen brauchen.
Zu Gast
Dr. Sebastian Bolay · DIHK
Heinrich Gärtner · GP JOULE
Am Mikrofon
Michael Nöding und Dirk Voges
Begriffe aus dem Gespräch
- Hedging: Absicherung gegen Preisrisiken, beispielsweise durch einen vertraglich festgelegten Einkaufspreis für eine bestimmte Menge und Lieferperiode.
- Tranchenbeschaffung: Aufteilung der benötigten Energiemenge auf mehrere Einkaufszeitpunkte.
- Merit Order: Reihenfolge der Stromerzeugungsangebote nach ihrem Preis. Im besprochenen Marktmodell bestimmt das letzte noch benötigte Angebot den einheitlichen Markträumungspreis.
- Eigenversorgung: Strom aus eigenen Erzeugungsanlagen für den eigenen Verbrauch.
- Regionale Preissignale: Preisliche Anreize, die örtliche Bedingungen berücksichtigen und Verbrauch oder Investitionen beeinflussen können.
Welche Erfahrungen macht ihr mit Strombeschaffung, Eigenversorgung oder langen Anschlusszeiten? Teilt eure Fragen und Praxisbeispiele mit uns.
Watt ’ne Law – Technik, Wirtschaft und Regulierung im Gespräch.
Eine Produktion von SPRECHWERK.studio
Transkript anzeigen
Dr. Sebastian Bolay - DIHK: So, Herr Bulley.
Dr. Sebastian Bolay - DIHK: Wir klicken einmal im Jahr sozusagen aufs Knöpfchen und kaufen an Strom ein für unsere gesamte Menge.
Dr. Sebastian Bolay - DIHK: wir haben schon bisschen mehr, wir haben zehn Gigawattstunden Strom einkauft pro Jahr.
Heinrich Gärtner - GP Joule / LEE: Das wird anders!
Heinrich Gärtner - GP Joule / LEE: Es wird nicht schlechter.
Heinrich Gärtner - GP Joule / LEE: es wird nur
Heinrich Gärtner - GP Joule / LEE: anders
Heinrich Gärtner - GP Joule / LEE: Solange an diesen Schrauben ständig wirklich hundert-achtzig Grad gedreht wird Einmal links rum, einmal rechtsrum.
Heinrich Gärtner - GP Joule / LEE: Da ist natürlich für die Unternehmen sehr schwer sich jetzt richtig einzustellen.
00:00:41: Willkommen bei Wattenlohr mit Dirk Vogels und mir, Michael Nöding.
00:00:44: Zu Gast sind heute die beiden, die ihr gerade gehört habt – Dr.
00:00:47: Sebastian Bohle von der deutschen Industrie- und Handelskammer sowie Heinrich Gärtner vom GBJul.
00:00:52: Wir kaufen Unternehmen Strom ein ohne auf den einrichtigen Moment wetten zu müssen.
00:00:56: was lässt sich absichern?
00:00:58: Und welche Rolle spielen Eigenversorgung und Speicher?
00:01:01: Dann wird es auch ganz grundsätzlich!
00:01:03: Denn ist unser Strommarkt eigentlich noch so gebaut wie es die Netze vor Ort brauchen?
00:01:07: Es geht um Preise Planungssicherheit und darum, wie Unternehmen ins Handeln kommen.
00:01:12: Strom einkaufen ohne Glaskugel – das ist heute unser Thema.
00:01:16: Viel Spaß beim Zuhören!
00:01:20: Wie können Unternehmen die Strombeschaffung am besten regeln?
00:01:23: Das ist eine total interessante Frage, Dirk.
00:01:26: Ich hatte noch im Herbst einundzwanzig.
00:01:29: Wir erinnern uns, es war ja noch vor dem russischen Angriffsreg auf die Ukraine aber die Gasspeicher waren damals schon relativ leer.
00:01:37: Die Gaspreise stiegen und in der Folge stiegen da ja auch schon die Strompreise deutlich über das Niveau, dass wir davor hatten.
00:01:43: Und hatte dann im Herbst ein Anruf von einem... Also ich hatte einige Anrufe aber einer ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, einen Anrufen vom Unternehmen.
00:01:53: Das meinte Oh Herr Bulley!
00:01:55: Wir klicken einmal im Jahr sozusagen aufs Knöpfchen und kaufen an Strom ein für unsere gesamte Menge.
00:02:00: Dann habe ich ja natürlich erst mal nachgefragt, okay.
00:02:03: Wenn ich ein paar Hundert Megawattstunden beschaffe logischerweise warum sollte ich mir dann irgendwie Großgedanken machen?
00:02:09: Das war aber ein Unternehmen das mir gesagt hat ne, wir haben schon bisschen mehr Wir haben zehn Gigawatt Stunden Strom Einkauf pro Jahr.
00:02:17: und dann dachte ich mir Okay, das ist jetzt vielleicht auch schon in der alten Welt nicht so eine richtig gute Strategie gewesen.
00:02:26: Einmal im Jahr irgendwann im Herbst wenn man merkt langsam läuft der Stromvertrag aus die haben immer für ein Jahr bis dahin abgeschlossen mir Gedanken zu machen Jetzt trüge ich aufs Knöpfchen und dann krieg halt den Strompreis der dann aktuell da ist.
00:02:38: Das war ja früher kein großes Problem weil die Schwankungen im Strompreisen nicht besonders hoch waren Wenn es mal nur rein über die Beschaffungskosten reden.
00:02:46: Das hat sich natürlich deutlich geändert, also auch die Wahrnehmung dessen wie riskant das ist was den Strompreis angeht.
00:02:57: Die Volatilität kurzfristig hat ja sowieso zugenommen durch den Ausbau erneuerbarer Energien.
00:03:03: aber natürlich kaufen die meisten Unternehmen nach wie vor die größeren Mengen zumindest am Terminmarkt ein Und auch da haben ja die Schwankungen deutlich zugenommen.
00:03:13: Der Einfluss des Gaspreises im Strompreis hat ja deutlich zugenommen und das wird ja mit der Entscheidung jetzt massiv auf Gaskraftwerke zu setzen, die das BMW E-Jahr getroffen hat sicherlich auch erst mal weiter so bleiben sodass ich... Da merken wir schon einen deutlichen Unterschied zu der Zeit eben bis zwanzig einundzwanzig.
00:03:33: Die Unternehmen haben sich natürlich mehr Gedanken über einen strategischen Stromeinkauf Indem Sie zum Beispiel Torschen einkaufen, teilweise auch in kurzfristigere Beschaffungen gehen.
00:03:46: Teilweise dann aber auch Mengen lang längerfristig absichern – also wenn ich jetzt mal von diesem Beispiel da ausgehe – dann eben teilweise Grundlastbänder zumindest auch mal für drei, vier Jahre tatsächlich einkauen.
00:04:00: Das hat im Übrigen, wenn ich jetzt über die richtig energieintensive Industrie rede da natürlich früher auch schon stattgefunden.
00:04:06: Weil wenn ich dann Kredit haben wollte von der Bank und da sind ja nun die wesentlichen Kosten, sind ja ja die Stromkosten, dann muss ich nachweisen dass sich zumindest für einen gewissen Anteil meines Stromverbrauches das auch schon fixiert habe was dem Preis angeht.
00:04:21: sonst wird es natürlich irgendwie schwierig mit krediten.
00:04:24: Aber das überlegen sich jetzt eben deutlich mehr Unternehmen als früher.
00:04:27: Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich heute keinen Anruf mehr von einem Unternehmen mit zehn Gigawattstunden Stromverbrauch bekommen würde der mir dann sagt oh Herr Bohler ist es wieder Herbst und ich muss einkaufen.
00:04:37: was soll ich denn machen?
00:04:40: Vor allem von der Erfahrung die wir dann ab Herbst zweiundzwanzig massiv hatten wo ja viele Unternehmen überhaupt kein Angebot mehr bekommen haben für irgendwelche Terminkontakte die dann ja kurzfristig gezwungen wurden, in den Spotmarkt zu gehen und dann den täglichen Preis sozusagen durchgereicht bekommen haben.
00:05:02: Das hat auch für sehr viele Verwerfungen geführt und das habe ich schon so einen deutlichen Umdenken geführt, sodass der Strom einkauft zumindest bei denen Unternehmen, die mehr als eine Gigawattstunde Verbrauch haben, inzwischen deutlich professioneller aufgestellt ist, als es früher der Fall war.
00:05:19: Und das hat sicherlich, das haben wir damals auch in den Zubauzahlen gerade für Photovoltaik gesehen.
00:05:27: Noch mal einen Schub gegeben sich eben Gedanken zu machen was kann ich denn selber auf meinem Betriebsgelände machen?
00:05:31: Ein Stichwort Eigenversorgung weil da bin ich natürlich unabhängig davon was jetzt der Einkauf macht.
00:05:38: dann kann ich natürlich ein Teil meines Strompreis einfach ja auch für eine längere Zeit einfach absichern hetschen Weil die Anlage läuft ja nun nicht nur ein Jahr, sondern wenn es gut läuft, vielleicht sogar ca.
00:05:48: zuviel Jahre, dann weiß ich also welchen Strompreis ich aus der Anlage bekomme und das PPA-Thema hat damals natürlich auch nochmal einen Schub gegeben.
00:05:58: Bevor ich die Frage weitergebe an Heinrich, kurze Frage noch ganz nebenbei Sebastian Ich weiß von den IHKs und gerade meiner Heimat IHk hier in München, die machen sehr viel im Ausbildungsbereich.
00:06:09: Spielt sich diese erhöhte Nachfrage?
00:06:12: Das heißt Ich konzentriere mich auch an einem Unternehmen zunehmend auf das Thema Stromeinkauf, eigentlich bei den IHKs in den Ausbildungsstätten wieder.
00:06:22: Gibt es da eine Zunahme wo man feststellen kann?
00:06:24: Da werden neue Jobs kreiert, da steigen Leute ein die sich vermehrt professionell mit diesem Thema Strom Einkauf eigentlich auskennen sollten, die sich schulen lassen
00:06:34: etc.,
00:06:35: hast du da?
00:06:39: Nee, da habe ich leider keinen Einblick.
00:06:42: Ich bin mir noch nicht sicher, weil wir machen ja natürlich die klassischen Ausbildungsberufe.
00:06:48: Also was wir – aber kann ja eine andere Zahl sagen – was wir als Organisationen machen ist unter anderem Energiemanager auszubilden?
00:06:56: Die kümmern sich natürlich ganz viel in dem Unternehmen und die machen aber häufig auch den Stromeinkauf.
00:07:03: Das ist ein Projekt, das die IHK Nürnberg mal angestoßen hat.
00:07:06: Ich glaube im Jahr zweitausend also in fünfundzwanzig Jahren ungefähr und wir haben mittlerweile in Deutschland rund siebentausend Leute, die dieses Programm durchlaufen haben.
00:07:18: Die sind natürlich nicht alle dann am Ende auch in irgendwelchen Unternehmen gelandet, viele sind auch Energieberater geworden.
00:07:23: aber das zeigt glaub ich schon auch die Nachfrage in den Unternehmen generell an mehr Kompetenz im Bereich Energie.
00:07:31: Das ist auch etwas, was ich ja auf Einkaufsberatung sehe bei einem meiner Kunden.
00:07:35: Die Einkäufer werden teilweise extra nur für den Stromeinkauf beziehungsweise Energie-Einkauf gesucht und sich rein damit beschäftigenden großen Unternehmen gibt es schon ein großes Potenzial in
00:07:45: dem Bereich.
00:07:46: Ja und das ist auch gut so.
00:07:48: Ich will einmal da nochmal darauf hindeuten dass eben Strom nicht so ein Uniformes Gut ist wie man das vielleicht vor zwanzig, dreißig Jahren noch dachte.
00:08:00: Da gibt es eine Steckdose und da kommt Strom raus.
00:08:02: Es kommt immer so viel raus, wie ich bestellt habe und ich brauche... Ich hab' das auch immer konstant teuer.
00:08:08: Diese Zeit ist vorbei und in diesem Change-Prozess befinden wir uns im Moment.
00:08:13: Das wird anders!
00:08:14: Das wird nicht schlechter, sondern nur anders.
00:08:18: Wir gehen jetzt rein in eine Zeit, wo tatsächlich die Verfügbarkeit von Strom, was sich ja direkt dann einfach auf den Preis auswirkt eben, wo die Flugtuiert.
00:08:27: Wir haben Zeiten mit sehr hohem Angebot und wir haben auch Zeiten mit hoher Nachfrage.
00:08:33: Und jetzt geht es eben darum, wie können wir das integrieren?
00:08:38: Da gehört eben auch dazu, dass man als Unternehmen erkennt, dass Strom eben nicht ein total uniformes Gutes, das an jeder Stelle in Deutschland zu jedem Zeitpunkt gleich viel wert ist.
00:08:50: Nein da gibt's Unterschiede!
00:08:52: Deswegen professioneller Einkauf an der Stelle ist auch wichtig.
00:08:56: Das muss man auch lernen, gerade wenn es um größere Energiemengen geht auf der Stromseite dass man sich darum auch kümmern muss und es gibt dort viele Möglichkeiten damit umzugehen.
00:09:06: ja man kann sich langfristig absichern das kommt ein bisschen aufs Geschäftsmodell drauf an was dahinter liegt.
00:09:11: Viele haben den großen Wert drin auch die Risiken aus dem Unternehmen auch zu sausen und so sagen ich brauche eine Zumindest mal Preisstabilität an der Stelle.
00:09:20: Ich kann mir die Liefermengen auch natürlich vorher bestellen, da kümmert sich dann schon jemand drum, dass sie rechtzeitig ankommt.
00:09:26: aber dazwischen zwischen der Erzeugung und eben dem Verbrauch, da braucht es irgendwo diesen Puffer und den erschaffen wir Stichwort Speicher.
00:09:34: gerade physisch quasi Strom zu speichern ist durchaus möglich.
00:09:37: alte Technologien, Pumpspeicher bis hin zu ganz neuen eben natürlich jetzt was zwischen auch immer günstiger wird.
00:09:43: quasi das Thema große Thema Batteriespeicher und auch noch Technologin die noch gar nicht so richtig ausgerollt sind Langzeitspeicher in Form von Wasserstoff oder anderen Derivaten die daraus dann eben auch erzeugt werden.
00:09:54: Und diese Technologen waren eben jetzt auch die letzten Jahre gar nicht wirklich nötig.
00:09:59: warum?
00:09:59: wir hatten stabile große Kraftwerke die dauern liefen und wir gehen jetzt rein durch diesen Change-Prozess in der Welt, wo dieser Puffer nicht mehr quasi auf der Erzeugungsseite ist sondern wo das dann eben irgendwo zwischendrin im System sein muss.
00:10:13: Und genau darum müssen wir uns jetzt gerade kümmern.
00:10:15: Da liegen große Chancen drin!
00:10:17: Wo seht ihr denn die größten Risiken eigentlich für die Unternehmen?
00:10:21: Wenn die heute sagen, ich habe noch nicht
00:10:23: alles perfekt
00:10:24: aufgestellt aber ich hoffe Energie ein.
00:10:26: Wo sind da mit den Unternehmen die allergrößten Risikken aktuell?
00:10:29: Wenn ich zum falschen Zeitpunkt aus Knöpfchen drücke Dann ist natürlich heutzutage mein Problem ein viel größeres als damals.
00:10:38: Damals waren es halt dann vielleicht zwei Euro die Megawattstunde, heute reden wir halt stell mal über vielleicht sogar zehn Euro die megawatt Stunde von einem Tag auf den anderen, die das einen Unterschied machen kann und eben nicht nur beim Gas sondern wir haben das Problem durchaus auch im Strombereich.
00:10:52: Das heißt diese Vorschau dieser Vorkast ist eigentlich viel wichtiger geworden für die Unternehmen als es in der Vergangenheit war.
00:11:03: Natürlich, keiner von uns kann ja voraussagen.
00:11:06: Die Welt ist mittlerweile so volatil geworden.
00:11:12: Keiner weiß von uns ob nicht in vierzehn Tagen irgendwie die nächste Krise hier kommt und mit einem direkten Einfluss dann über die geopolitischen Risiken Gas eben auch auf den Strom durchschlägt.
00:11:23: Und das ist eigentlich auf Unternehmensebene kaum zu managen.
00:11:26: Also dieses Risiko kannst du da eigentlich nicht wirklich weghetschen abgesehen davon, was du halt machen kannst Richtung Eigenversorgung bzw.
00:11:35: PPAs weil du dann natürlich über stabile Strukturen redest und kannst natürlich wenn du das Gefühl hast wir sind jetzt in der Phase wo der Gas oder der Strompreis relativ gesehen niedrig ist da irgendwie versuchen einzubongen eine gewisse Menge über einen längeren Zeitraum.
00:11:49: aber du kannst es auch wirklich nur noch für eine gewissen Menge machen weil du ja auch nicht weißt möglicherweise endet ja das ganze Schlammassel am Golf.
00:11:59: Ja, und der Gaspreis geht zurück auf dreißig Euro die Megawattstunde.
00:12:02: Und der Strompreis sinkt.
00:12:03: entsprechend kann ja auch keiner von uns voraussagen.
00:12:07: Und du lockst jetzt sagen wir mal für vierzig Euro die megawatt Stunde ein weil gerade mal wieder irgendwie ein brüchiger Frieden da war zwischen Trump und den Iranern.
00:12:16: Ja und dann merkst du vierzehn Tage später okay das war jetzt keine gute Entscheidung.
00:12:20: und deswegen ... musst du glaube ich immer granularer, zumindest wenn ich wirklich ein großer Strom- oder Gasverbraucher bin.
00:12:27: Musst du immer granular am Ende einkaufen um dieses Risiko zumindest... ... irgendwas entgegenzusetzen?
00:12:35: Also ich glaube der einzukaufen in einem größeren Unternehmen Energie einzukauen macht glaub ich immer weniger Spaß.
00:12:43: also auf den Nenner kann man es glaube ich bringen.
00:12:45: Ja bin ich ja im Rhein.
00:12:48: Eigentlich bevor ich dich zu Wort kommen lasse.
00:12:50: eine ganz kurze Sache wir haben jetzt schon zwei, drei Mal über das Wortsch... also dieses schöne Wort Hatching gesprochen.
00:12:56: Was für uns in unserer Runde glaube ich jedem geläufig ist aber einige unsere Hörer dürften das glaube ich nicht kennen was Hatching is und was Haching am Energiemarkt eigentlich bedeutet.
00:13:08: Sebastian wenn du das ein paar wenigen Worten nochmal kurz erklären könntest dass wäre super!
00:13:12: Ja mache ich gerne.
00:13:13: Also Hatching bedeutet wenn man es rein ins Deutsch übersetzt einfach Absicherung.
00:13:17: Das heißt, wenn ich ein Terminmarktprodukt kaufe, dann kaufe ich das ja für einen gewissen Zeitraum in der Regel ein Jahr.
00:13:24: Aber es gibt natürlich – ich kann auch für eine Woche oder ein Monat oder ein halbes Jahr oder fünf Jahre sogar für zehn Jahre einkaufen zu mir, sondern der Strombörse.
00:13:32: Damit fixiere ich ja einen Preis und ich sage okay mit sechzig Euro kann ich leben.
00:13:38: Ich schließe jetzt einen Vertrag ab für drei Jahre, dann bin ich damit gehetscht und abgesichert.
00:13:43: Egal ob der Gaspreis kurzfristig zum Beispiel auf hundert Euro die Megawattstunde steigt, mein Versorger liefert mir das Gas für sechzig Euro die megawatt Stunde.
00:13:53: Das bezeichnet man als Hatching oder wie gesagt auf Deutsch einfach eine Absicherung von Preisrisiken.
00:14:00: Was ich dazu geben wollte, Sebastian du hast da natürlich recht.
00:14:04: Wir wissen jetzt nicht.
00:14:05: was macht der Gaspreis nächste Woche oder übernächste Woche?
00:14:09: Diese Information steht heute nicht zur Verfügung und wir wissen ungefähr etwas darauf einwirkt.
00:14:12: Kriegerische auseinandersetzen irgendwie auch so Witterungsthemen usw.
00:14:17: Also es gibt schon paar Sachen die man kennt aber man weiß nicht was passiert.
00:14:22: Und die Analogie ist an dieser Stelle vielleicht dazu zu ziehen.
00:14:25: Ehrlich wie bei der Wettervorhersage, kein Mensch kann heute seriös sagen ob in München in drei Wochen am Sonntag die Sonne scheint oder nicht.
00:14:33: Das kann keiner!
00:14:34: Aber wir wissen... Klimatisch gibt es Veränderungen und wir können da Langzeitvorhersagen machen.
00:14:40: Und genau in diesem Dilemma befinden wir uns auch bei dem Thema Energieversorgung, Wir können glaube ich kurzfristig da schon einige Sachen machen.
00:14:47: Da können die Unternehmen das natürlich über Netzwandes Hatching, Über Rechtszeilen Einkauf, Über vielleicht auch Umstellung ihrer Prozesse eine Flexibilisierung, Können die kurzfristige was machen?
00:14:58: Aber über Langfristentwicklung haben wir ziemlich gute Informationen!
00:15:05: Postfossile-Welt-Energiewelt gehen werden.
00:15:09: Die fossile Energieversorgung wird enden, die da wird es ein Ende geben ob das jetzt zweizig viertovierzig oder zwanzig fünfzig oder vielleicht noch mal fünf Jahre später passiert.
00:15:19: Das wissen wir auch nicht ganz genau und das ist auch nicht entscheidend.
00:15:22: Wir wissen, dass gibt eine Transformation hin zu den erneuerbaren und zwar aus einzig dem Grund sie sind künstlicher.
00:15:28: Das ist der Punkt, da entwickelt sich alles hin.
00:15:31: Das heißt langfrist haben wir ein Szenario und da können sich eigentlich die Unternehmen darauf einstellen.
00:15:37: Aber das ist deutlich mehr Strategie-Entwicklung als eben jetzt tatsächlich aktive Handlungen, aktive Maßnahmen, die man heute da irgendwie mit ganz kurzfristiger Wirkung ergreifen könnte.
00:15:47: Genau in dem Dilemma bewegen uns so bisschen was tun wir denn für die Zeit dazwischen?
00:15:51: Und das ist der Punkt wo wir wieder mal auch gemeinsam gucken müssen, dass es natürlich Aufgabe der Politik dort einen Handlungs Ordnungspolitischen Rahmen zu schaffen.
00:16:03: Wie wird denn diese Transformation ablaufen?
00:16:05: Wie schnell wird es dann gehen?
00:16:07: und genau das ist etwas, was wir jetzt auch in den letzten Jahren erlebt haben dass dort je nach politischer Strömung, je nach Regierung die dort gerade quasi am Handeln ist natürlich dort ganz große Volatilität da ist.
00:16:21: einerseits für das man versprochen ist bleibt alles billig.
00:16:23: legt euch wieder hin Ja, an einer anderen Stelle wird dort aber auch schon geplant natürlich entsprechende Preisgestaltung mit zu machen.
00:16:31: Entsprechend aber auch Gegenmaß haben wir Entlastungen für die Industrie zu schaffen und das ist aber unglaublich unzuverlässig!
00:16:38: Ich habe dort natürlich auch mit großen Unternehmen gesprochen, die dort widdernd waren eben, die ja auch von dir Sebastian schon angesprochenen Themen Eigenversorgung usw.
00:16:47: dann mit reinzunehmen.
00:16:49: auf der einen Seite Kommt dann gute Konzepte raus, wie man daut gewisse Teile.
00:16:53: Es geht nie um ersten Schritt irgendwie hundert Prozent, sonst gibt es mal die ersten zehn, zwanzig, dreißig Prozent selber zu versorgen, die dann ja schon eine große Entlastung darstellen können.
00:17:03: Aber so etwas macht ein Unternehmen nur wenn es auch die Idee hat dass das stabil unter politischen Rahmenbedingungen sei es Förderung, sei es Steuerer sei es auch allein Genehmigungseitek Ist so was denn wirklich auch möglich oder ist es nicht möglich?
00:17:18: Und solang an diesen Schrauben ständig, wirklich hundert-achtzig Grad gedreht wird.
00:17:23: Einmal linksrum, einmal rechtsrum da ist es natürlich für die Unternehmen sehr schwer sich jetzt richtig einzustellen.
00:17:29: ein Beispiel wir haben mit dem großen Energieverbraucher verhandelt über eben eine Eigenerzeugungsanlage waren dort gewillt in Sprechen den Windenergie und auch Photovoltaik zu investieren dann später angedacht Kombinationen mit Batteriespeichern Und dann kam dieses Thema Industriestrompreis auf den Tisch.
00:17:46: Das war der Zeitpunkt, wo dieses Unternehmen gestoppt hat die weitere Entwicklung in eigener Zeugusanlagen weil nicht klar war kommt ein Industriesterumpreis mit acht Cent oder gar mit vier Cent wie er teilweise gefordert wurde und wie wird denn der dann wirklich ausgestaltet?
00:18:01: Jetzt haben wir da eine Idee auf dem Tisch.
00:18:02: die ist glaube ich jetzt gar nicht so Besonders toll hat auf jeden Fall aber mal dazu geführt, dass viele Unternehmen sich jetzt über Jahre erst einmal zurückgehalten haben zu investieren.
00:18:11: Einfach aufgrund politischer Unsicherheit und diesen Rahmen zu schaffen das ist Aufgabe der Politik Und das wird für uns nicht teurer.
00:18:21: Es ist ganz im Gegenteil es wir uns günstiger wenn man weiß wohin man sicher ausrichten soll die langfristige ziel des kennen.
00:18:29: wir kann keiner mehr daran rütteln, dass die Welt dort ihn umstellt.
00:18:35: Aber wir brauchen eben für die Zeit dazwischen jetzt einen Pfad den man abfahren kann und der möglichst viel Stabilität bietet...
00:18:43: Meine Frage ist Merit ordered nach zeitgemäß?
00:18:47: Ja das ist ja eine schöne Diskussion, lieber Dirk, die ja insbesondere in zwanzig-zweiundzwanzig dann sehr heftig auch gelaufen wäre.
00:18:57: ich bin anders angefangen Wenn du mir ein überzeugendes Konzept lieferst, wie denn der Markt auch anders funktioniert.
00:19:06: Herzlich gerne!
00:19:06: Ich habe bis heute kein überzeugendes konzept tatsächlich gesehen.
00:19:10: Es ist und ich glaube das ist nochmal wichtig zu betonen.
00:19:15: Weiß gar nicht, müssen wir Married Order vielleicht noch mal mit zwei Sätzen erklären für eure Hörerschaft?
00:19:20: Ja okay dann mach' ich das mal schnell mit einfließen.
00:19:24: Married Order bedeutet, dass das Kraftwerk oder die Erzeugungsanlage, die noch benötigt wird damit die Kunden mit Strom versorgt werden den Preis für alle anderen setzt.
00:19:34: Sprich wenn ich am Ende zwar vorne erneuerbare habe also Wind und Sonne aber im Ende noch ein Gaskraftwerk brauche es vielleicht für hundert Euro die Megawattstunde geboten hat Dann verdient auch die Windenergieanlage oder der Photovoltaikpark diese hundert Euro die Megawattstunde.
00:19:50: Das bezeichnet die Married Order, das vielleicht nochmal zur Erklärung.
00:19:55: Jetzt ist klar also wenn wir Gaskraftwerke brauchen dann ist der Strompreis natürlich relativ hoch.
00:20:01: Ja, und das haben wir insbesondere in den zwanzig-zweiundzwanzig gesehen.
00:20:03: Direktor ist vorhin angesprochen.
00:20:04: Wir hatten dann auch mal fünf.
00:20:05: Ich glaube, wir waren sogar sechshundert Euro die Megawattstunde und am Terminmarkt sind wir sogar bis Richtung tausend Euro die megawatt stunde gelaufen.
00:20:13: Und da war natürlich die große Diskussion wie kriegen wir denn jetzt Gas aus dem System raus?
00:20:17: Da gibt es ja unterschiedlichste Ansätze, die dann gefahren worden sind, dass man die Gaskraftwerke staatlicherseits runter subventioniert bzw.
00:20:26: die Gas Kraftwerke irgendwie komplett aus der Made Order rausnimmt Das hat nur alles verschiedene Pferdefüße.
00:20:35: Zum einen ist es wichtig zu wissen, dass das nicht nur der Strommarkter nach diesem System funktioniert.
00:20:43: Wenn wir jetzt über Schrauben reden würden ... Wir wären jetzt vier Schraubenhersteller.
00:20:47: Die alle die gleiche Schraube herstellen und ich könnte meine Schrauber für was weiß?
00:20:52: Ich fünf Cent herstellen Michael für vier Heinrich für drei und Dirk für zwei.
00:20:58: Und aber meine Schraube wird noch benötigt, weil ihr kurzfristig möglicherweise einfach nicht mehr liefern könnt.
00:21:03: Auch da haben wir ja Restriktionen, das ist ja nicht so, dass ich einfach kurzfristigen meinen Schaumproduktionen hochfahren kann.
00:21:09: Dann würde der Dirk ja nicht anfangen zu sagen hey, ich verkaufe meine für zwei, wenn er weiß, er könnte auch fünf verdienen!
00:21:14: Weil meine Schnaube wird ja noch gebraucht und nach diesem Prinzip funktioniert ja auch der Stromarkt.
00:21:20: Wie gesagt, wenn ihr mir ein überzeugendes Gegenkonzept liefert... müssen wir nicht zwangsläufig an diesem Marktmodell genauso festhalten, aber es ist aktuell meiner Ansicht nach das Beste was wir haben.
00:21:34: Einfach weil es dazu führt dass wir nur so viele Anlagen Strom liefern wie wir halt brauchen Auch wenn es da, das war die große Kritik sehr viele.
00:21:45: Das wurde als Windvoll Profits bezeichnet also sozusagen als Zufallsgewinne gerade auch von erneuerbarer Seite zwanzig-zweiundzwanzig natürlich gegeben hat.
00:21:55: aber dadurch entstehen ja auch wieder Anreize.
00:21:57: Wenn ich die Möglichkeit habe am Markt viel Geld zu verdienen mit einem Produkt dass in gewissen Zeiten zumindest knapp ist entstehen wir auch wieder an Reize in dieses Produkt zu investieren.
00:22:07: Das ist ja genau die Marktlogik.
00:22:11: Prinzipiell und das hat Sebastian Agrababa erwähnt, funktioniert die Married Order ganz gut an transparenten Märkten bei uniformem Gütern.
00:22:17: Du hast das Beispiel gemacht wir produzieren alle in die gleiche Schraube Und diese Fiktion trifft natürlich heute auch auf den Energienmarktzug.
00:22:25: Man tut ja so als wäre eben die Kilowattstunde ein uniformes Gut.
00:22:29: Ich habe es vorhin schon mal kurz angesprochen.
00:22:31: Das ist eben nicht so.
00:22:34: Es kommt darauf an wo steht die Energie denn gerade zur Verfügung?
00:22:38: Wenn wir das Beispiel hernehmen, sehr präsente Momente in den Medien.
00:22:42: Also so ein Kubikfuß oder Kubikmeter Gas kostet innerhalb des Golfs vor der Straße von Hormuz deutlich weniger als außerhalb.
00:22:54: Das ist genau eben das Problem.
00:22:56: Wo ist denn die Energie?
00:22:57: Und es ist im Strommarkt ähnlich!
00:23:00: zur Verfügung haben in Norddeutschland, großes Tief, viel Windenergie.
00:23:06: Dann ist die Energie dort eben unglaublich günstiger aber nicht im Süden weil der Markt eben dort nicht vollkommen ist.
00:23:12: es ist eben kein uniformes Gut.
00:23:13: wenn wind in norddeutsche Hand wird dann haben wir dort günstige energie Aber die steht uns im süden der republik aktuell nicht zur verfügung.
00:23:20: das muss dann über komplizierte Mechanismen, da komme ich gleich wieder zu anderen Schremdwörtern und so was ausgeglichen werden.
00:23:30: Dass wir dann immer noch diese Fiktion Deutschland lebt auf einer Kupferplatte und überall ist die Energie jederzeit in jedem Maß zur Verfügung um das Aufrecht zu erhalten.
00:23:39: Das stimmt nicht!
00:23:40: Und das ist aus meiner Sicht das große Problem an diesem Energiemarkt dass wir die natürlichen Gegebenheiten ständig wegblenden, ausblenden tatsächlich mit Geld zuschütten müssen und das ist das, was das System teurer macht heute als es sein müsste.
00:23:57: Wenn wir auf diese Gegebenheit eingehen würden dann hätten wir andere Märkte die am Schluss insgesamt deutlich günstiger sind für alle zusammen aber eben halt andere Regeln brauchen.
00:24:07: Aber das verstehe
00:24:08: ich.
00:24:09: noch ein Satz dazu sagen Dirk Aber sicherlich.
00:24:13: Weil wir wahrscheinlich sowieso gleich nochmal über dieses regionale Thema sprechen, aber es ändert nichts daran das dieses System mit der Married Order.
00:24:21: Das würde dann – wenn man jetzt Heinrichs Weg folgen würde und Deutschland jetzt irgendwie aufteilt in zwei oder wie viele Zonen auch immer – hätten wir ja trotzdem weiterhin dieses Married-Order-Prinzip, was dann einfach nur im anderen Raum so wie sie mal nennen Funktioniert, aber das ändert nichts dran, dass das Merit Order System das Beste ist was wir haben.
00:24:41: Und die Merit order ist ja nun nicht verantwortlich für die Physik.
00:24:44: Das ist genau das Thema, das ja Heinrich jetzt gerade aufgemacht hat.
00:24:48: Du hast das Stichwort fallen lassen Sebastian.
00:24:51: Heinrich ich habe deine Worte als Betagier für unterschiedliche Strompreiszone in Deutschland verstanden.
00:24:57: War mein Verständnis richtig?
00:25:01: Ja ihn.
00:25:03: Also ich will gar nicht für unterschiedliche Strompreis-Zonen oder Geburtszonen hier plädieren.
00:25:10: Dieses Thema ist unglaublich gefährlich und ein Minenfeld, aber mit dem Beginn was Sebastian gerade angesprochen hat wir dürfen die Physik an der Stelle nicht ausblenden und wir haben eben tatsächlich regional unterschiedliche Dargebote an Energie zu unterschiedlichen Zeiten und sollten dies eben respektieren in diese Gleichung.
00:25:33: Und was wir haben an unterschiedlichen Stellen neben unterschiedlicher Verfügbarkeit und von dem her auch unterschiedliche Preise der Anschlüsse, und dies sollten wir graduell nach und nach eben mit in die Energiepreisgestaltung einfließen lassen.
00:25:49: Wir sehen es bei anderen Dütern auch das, auch wenn irgendwie, vielleicht sein, der Liter Orangensaft irgendwie anscheinend gleich viel kostet.
00:26:00: trotzdem wird dort auf der Handelsebene immer auch eine Entfernung mit eingepreist.
00:26:04: Es kostet Transport, es kostet Verteilung also auch über die entsprechenden Logistikzentren.
00:26:10: Auch das muss eben immer mit eingepreist werden.
00:26:12: wir sehen dass auch im Ölmarkt eben es kostete unterschiedlich je nachdem wo wir das haben obwohl wir am Schluss den Weltmarkt preis für das Barrel-Rowöl haben und das brauchen wir eben auch in Energiemarkt.
00:26:22: Das brauchen wir auch im Strommarkt auch in Deutschland.
00:26:24: aus meiner Sicht wenn wir sehen wir haben regional gewisse Überschüsse dann sollten wir in der Lage sein, regional auch den Verbrauch zum Beispiel anzureizen.
00:26:33: Den Verbraucher zu sagen jetzt ist eine gute Zeit um in eurem Netzgebiet, sagen wir mal hier in Bayern, in Baden-Württemberg wo Grafisange scheint ladet jetzt eure Elektroautos, füllt jetzt eure Speicher und dafür braucht es ein Signal und am Markt erfolgt dieses Signal üblicherweise über Preise ob wir das dann unterschiedliche Strompreise machen oder vielleicht auch nur über unterschiedliche Netzentgelte, die in dem Moment dann eben anfallen.
00:26:59: Das ist mir einerlei, das sollten wir am Schluss ein gutes Modell finden, dass da nicht irgendwie Süd- und Nordpolitiker alle auf die Palme bringen, die dann über Länderfinanzausgleich oder sonst was nachdenken müssen.
00:27:12: Aber wir sollten der Physik hier bisschen Respekt zäulen und sagen wenn irgendwo das Netz voll ist, dann wollte ich gerne finanziellen Anreiz geben.
00:27:21: Leute, lieber Verbraucher zieht jetzt Strom aus diesem Netz.
00:27:24: das läuft uns quasi über.
00:27:25: wir können hier ganz viel rein pumpen.
00:27:27: lasst uns nicht die Anlagen abschalten sondern lass uns eure Speicher füllen.
00:27:31: und üblicherweise in einem Markt erfolgt sowas über eine Preisgestaltung und dort entsprechende Signale zu setzen.
00:27:39: Und das funktioniert natürlich nur, wenn ich weiß wie voll ist denn das Netz?
00:27:42: Stichwort wieder Digitalisierung.
00:27:44: Wenn ich das soweit habe dann kann ich das eben auch den Verbrauchern zur Verfügung stellen diese Signale senden die Netzengelder an der Stelle reduzieren und dass es eine ganz wichtige Stoßrichtung aus meiner Sicht in die wir gemeinsam vorgehen müssen, die die Energieversorgung für alle ein Riesenstück günstiger machen kann.
00:28:01: Wenn wir jetzt über eine Aufteilung der Strompreiszone am Ende reden sollten, ich formuliere das mal in aller Vorsicht.
00:28:09: Hätte das natürlich erhebliche Implikationen?
00:28:12: Das würde zum einen eine ganze Weile dauern bis es umgesetzt wäre werden also in der Zwischenzeit echt massiv Unsicherheiten im Markt und Wir haben neben dem alles was du richtigerweise gesagt hast Richtung Länderfinanzausgleich Und so klar die Debatten würden sowieso laufen.
00:28:27: Am ende wären es dann politische Entscheidungen nicht irgendwie Wie wäre es denn nach der Infrastruktur vielleicht die beste Entscheidung, sondern das wäre eine politische Entscheidung.
00:28:34: Wie wird die Strompreiszone dann tatsächlich aufteilen?
00:28:36: Also wahrscheinlich auch nicht besonders sinnvoll zugeschnitten.
00:28:40: Wenn wir in die Richtung gehen und uns Fragen stellen was können wir denn als Beteiligte dieser gesamten Lösungspakets nämlich jetzt mal mit einbringen, was braucht es von den verschiedenen Verbänden gleich auch in Sachen Lobbyarbeit damit wir hier schneller vorankommen?
00:28:59: Also in meiner Sicht sollten wir dieses Thema der Digitalisierung vehement weiter fordern und fördern, wo es denn geht verbunden auch mit einer Aufklärungskampagne.
00:29:11: Und wenn das hier mit der IHK zusammen ich mir wünschen darf gerne zusammen dass wir diese Information nochmal deutlich ausrollen, erneuerbare Verbände zusammen mit der DIHK.
00:29:23: Welche Chancen da drin denn wirklich liegen sich jetzt auf das vorzubereiten was gut ausweichlich auf uns zukommt?
00:29:30: Wir haben eben in der Veränderung auch riesengroße Chancens die andere Länder heute schon ganz stark ergreifen und da sollten wir die Unternehmen auch in Deutschland noch mal drauf einschwören damit zu machen und das zu ergreiven dass da liegt unglaublich viel Chance drin, nicht nur günstige Energieversorgung zu kommen auch tatsächlich an der Entwicklung dieser Systeme noch mitzuarbeiten.
00:29:51: Das ist auch nicht gottgegeben dass hier all diese Technologie irgendwie nur in Asien produziert wird sondern wir haben hier tolle Institute Wir haben auch tolle Unternehmen die eben auch bei uns im Land ansässig sind die da mitmachen können und auch mit machen sollten.
00:30:07: Und diese Chancen würde ich gerne nochmal Größere angelegten Kampagne mit der DIY gerne auch noch mal darstellen, dass wir zeigen da tut sich was.
00:30:19: Wir sollten mitmachen und wir sollten die Chancen ergreifen und uns rechtzeitig umstellen über diese Schiene dann das Ganze eben auch in die Politik spielen, dass wird dort von diesem Hüh-und-Hot wegkommen und tatsächlich dann auch einen Pfad haben auf dem man sich verlassen kann – selbst eben nicht.
00:30:36: wenn wir heute wieder anfangen drüber zu diskutieren, machen wir in Deutschland jetzt CO²-Teurer oder nicht?
00:30:42: Lassen wir mal die CO² Steuer wieder wegfallen.
00:30:45: Weil diese Unsicherheit heute eher das Hemd ist und nicht fördernd.
00:30:49: Das hilft niemanden mehr wenn wir dort jetzt hergehen Allein in Deutschland jetzt wieder drüber nachdenken, dass wir doch effiziente Verbrennungsmotoren fördern sollten, während die ganze Welt sich da gerade konsequent umstellt.
00:31:03: Das ist nicht für die Weltenprobleme aber für die Industrie bei uns im Land.
00:31:06: Ist das aus meiner Sicht ein sehr großes Problem?
00:31:08: Wenn wir da nicht langsam mal Klarheit reinkriegen wie sieht denn der Pfad aus auf dem wir uns bewegen?
00:31:13: und deswegen glaube ich eben gerade im Energiebereich.
00:31:15: wenn wir heute die Chancen zeigen mit den Unternehmen mitgehen diese Chancene ergreifen dann haben ja auch die Chance die Politik darauf einzustellen machen, wohin die Reise geht dass man sich darauf einsteckt.
00:31:26: Ich glaube schon also die Unternehmen wissen wo die reise hingeht.
00:31:30: ja Deutschland will klimaneutral werden.
00:31:32: klar können wir uns jetzt streiten wie schnell und wie lang und wie genau.
00:31:37: aber Die Unternehmen wissen natürlich, dass sie selber auch klimaneutral werden müssen am Ende.
00:31:43: Und viele sind da ja auch sehr, sehr intrinsisch motiviert das auch deutlich schneller zu tun als unser deutsches Ziel von zwanzigfünfundvierzig.
00:31:50: Das gehört dann zur Wahrheit auch dazu.
00:31:52: Das Problem heute ist vor allem neben den Preisholatilitäten die wir vorhin auch besprochen haben ist natürlich vor allem auch das Thema Infrastrukturanschlüsse.
00:32:01: also wann kann ich elektrifizieren?
00:32:03: Wann kriege ich vielleicht Wasserstoff?
00:32:07: auch mal einen Anschluss an den CO-Zweinetz, weil es gibt ja gewisse Industrien.
00:32:10: Da geht's ohne CCS sowieso nicht.
00:32:13: Also auf dieses Thema müssen wir am Ende angehen.
00:32:15: da braucht definitiv diesen Plan diese Planungssicherheit die du angesprochen hast Heinrich damit ich eben am Ende weiß bis wann kann ich dann mit einem entsprechenden Anschloss rechnen.
00:32:25: oder auf der anderen Seite will ich auch weiß vielleicht kriege ich ja nie Wasserstoff also nie ein Wasserstoffanschluss.
00:32:29: Dann muss man mir so andere Gedanken machen Mein Stromnetzanschluss, das ist bei mir irgendwie Wahnsinn.
00:32:34: Also welchen Gründen auch immer in der Region wahnsinnig kompliziert und er kommt halt vielleicht erst den fünfzehn Jahren oder den zwanzig?
00:32:40: Aber ich habe heute schon das Problem.
00:32:41: also muss ich mir auch da irgendwie Gedanken über Alternativen machen.
00:32:45: Da müssen wir mehr Klarheit schaffen.
00:32:46: Den Punkt, den müssen wir für die Unternehmen halbwegs planbar machen.
00:32:50: Dann kommen Sie nicht drauf an ob es jetzt genau in vier Jahren ist oder vielleicht in sechs.
00:32:54: aber so ein Richtwert, den brauchen sie auf jeden Fall.
00:32:58: ganz kurz wie ich.
00:32:59: dann noch auf einen Punkt darauf eingehend Weil du es gerade gesagt hast, Sebastian.
00:33:03: Der Anstuch und Stromnetz dauert zu lange für viele Unternehmen.
00:33:05: Diese Probleme kennen wir auch.
00:33:07: Das gilt für Erzeugungsanlagen und das gilt für Verbrauchsanlagen?
00:33:11: Wir haben ja so ein bisschen Ansätze in die Richtung mit der Umstellung oder der Reform bei der Anreizregulierung.
00:33:21: dieser Nestprozess wie die Bundesnetzagentur abkürzt.
00:33:26: Da ist ja sowas wie eine Energiewende-Kompetenz zumindest mal mit reingekommen.
00:33:32: Da spielen dann so Faktoren eine Rolle, wie schnell kriege ich das denn hin irgendwem anzuschließen?
00:33:39: Also da ist zumindest mal so ein erster Baustein eingepastelt worden.
00:33:45: Das hätte aus unserer Sicht, ich glaube eingerichtet, einer Meinung durchaus auch noch ein bisschen ein stärkeres Gewicht in der ganzen Veranstaltung bekommen können.
00:33:55: Es gibt regulatorische Möglichkeiten im Prozess zu entzerren indem wir eben übereinheitliche Prozesse bei den Netzbetreibern reden das ist ein total wichtiger Punkt müssen einfach an vielen Stellen viel schneller werden und es gilt insbesondere für die Elektrifizierung, also für die Nachfrage nach Strom.
00:34:14: Weil ansonsten kriegen wir nämlich das Problem, dass wir immer mehr Infrastruktur bauen, die dann aber von der gleichen Strommenge sozusagen finanziert wird.
00:34:21: Das heißt, die Kilowattstunde muss zwangsläufig immer teurer werden und damit zinkt der Anreiz für alle zu elektrifizieren.
00:34:29: Dann geraten wir in so ein Teufelskreis rein und das müssen wir auf alle Fälle vermeiden.
00:34:34: dann kriegen wir nämlich richtige Probleme auch mit der Wettbewerbsfähigkeit in der Wirtschaft.
00:34:38: Und die Geschwindigkeit spielt eben heute auch eine Rolle, dieser Wandel und diese Energiewende – und nochmal das geht da nicht nur um grün zu werden und CO² zu vermeiden, sondern es geht um was macht denn der Rest der Welt?
00:34:49: Das geht in anderen Gegenden dieser Welt gerade massiv schnell nach vorne Und wir leisten uns dort eine Schlaf-Tablettigkeit, die einfach nicht lange gut gehen wird.
00:35:01: Wir müssen da anders schneller werden und da ist der Weg über die Digitalisierung aus meiner Sicht einer, der viel schneller geht, viel mehr verspricht und deutlich günstiger ist.
00:35:13: Das finde ich ein schöner Schlusswort.
00:35:15: In diesem Sinne würde ich sagen lasst uns die Hüfe in die Hand nehmen Ab an die Praxis nach diesem Austausch und tatsächlich unseren Beitrag dazu leisten, hier Aktivität und Geschwindigkeit an den Tag zu legen.
00:35:29: Drei Dinge nehmen wir aus diesem Gespräch mit – wie wir unsere Einkaufsrisiken verteilen
00:35:33: statt alles
00:35:34: auf ein Knöpfchen zu setzen, welchen Teil unserer Energieversorgung wir selbst gestalten können und welche Anschlüsse und Rahmenbedingungen es braucht damit aus einem Plan eine Investitionen wird.
00:35:44: Bei den richtigen Marktregeln bleiben die Positionen unterschiedlich.
00:35:48: das haben Sebastian und Heinrich heute sehr deutlich gemacht.
00:35:51: Eines Arbeit zieht sich durch das ganze Gespräch.
00:35:53: Unternehmen brauchen flässliche Regeln, um Planen zu können!
00:35:57: Vielen Dank an Dr.
00:35:58: Sebastian Boleih von der Deutschen Industrie- und Handelskammer und Heinrich Gärtner von GPJUHL.
00:36:03: Wie sieht es bei euch aus?
00:36:04: Was beschäftigt euch mehr – Der nächste Strompreis oder das Warten auf den Netzanschluss?
00:36:09: Zeit eure Erfahrungen und Praxisbeispiele gerne mit uns Und wenn euch die Folge weitergebracht hat lasst uns eine Bewertung da.
00:36:15: Das hilft uns wirklich und abonniert Watten Law damit ihr keine Folge mehr verpasst Technik, Wirtschaft und Regulierung im Gespräch.
00:36:24: Das war diese Folge mit Dirk Fokus und mir Michael Nöding.
00:36:27: Danke fürs Zuhören – bis zur nächsten Folge!
Neuer Kommentar