BESS: Zwischen Markt und Netz - Teil 2

Shownotes

In Teil 2 unserer Serie „BESS: Zwischen Markt und Netz“ sprechen wir darüber, wie Batteriespeicher sinnvoll in das Energiesystem integriert werden können.

Nachdem es in Teil 1 um die Unterscheidung zwischen marktdienlich, netzneutral und netzdienlich ging, wird es jetzt operativer: flexible Anschlussmodelle, Grünstromspeicher, Redispatch und das Gartenzaun-Prinzip stehen im Mittelpunkt.

Gemeinsam mit Christoph Strasser von MaxSolar und Dr. Andreas Kießling vom Bayernwerk diskutieren wir, welche Regeln, technischen Voraussetzungen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Speicher schneller ins System kommen – ohne Netzstabilität und Investitionssicherheit gegeneinander auszuspielen.

Themen dieser Folge:

  • Warum Speicher künftig nicht nur gebaut, sondern aktiv gesteuert werden müssen
  • Welche Rolle flexible Anschlussmodelle und Flexible Connection Agreements spielen können
  • Warum Investoren Einschränkungen akzeptieren können – solange die Wirtschaftlichkeit nicht gefährdet wird
  • Weshalb Grünstromspeicher ein wichtiger Hebel für den schnelleren Speicherhochlauf sein können
  • Warum PV-only-Projekte im Markt schwieriger werden
  • Welche Rolle Hybridprojekte aus PV und Speicher künftig spielen
  • Warum Redispatch und „Einspeichern statt Abregeln“ zentrale Themen für die Energiewende sind
  • Warum regulatorische, messtechnische und abrechnungstechnische Fragen den Speicherhochlauf bremsen
  • Was mit dem Gartenzaun-Prinzip gemeint ist
  • Warum der Netzverknüpfungspunkt künftig stärker in den Fokus rücken könnte
  • Weshalb Netzbetreiber nicht gegen Speicher sind, sondern Netzstabilität gewährleisten müssen
  • Warum Bayern als Sonnenland auch Speicherland werden muss
  • Welche kurzfristigen Maßnahmen Speicher schneller ins Energiesystem bringen könnten
  • Warum Industrie- und Gewerbespeicher künftig zusätzliche Potenziale eröffnen

Zentrale Frage der Folge:

Wie bringen wir BESS schneller ins System – ohne Business Case, Netzstabilität und Regulatorik gegeneinander auszuspielen?

Gäste:

Christoph Strasser Geschäftsführer MaxSolar

Dr. Andreas Kießling Politischer Sprecher Bayernwerk

Hosts:

Michael Nöding Dirk Voges

Podcast:

Nöding & Voges: Watt ’ne Law Nicht live, dafür zugeschnitten.

Hinweis:

Dies ist Teil 2 unserer zweiteiligen Serie „BESS: Zwischen Markt und Netz“. Teil 1 behandelt die Grundlagen: marktdienlich, netzneutral, netzdienlich – und warum der Business Case eines Speichers nicht automatisch systemdienlich ist.

Transkript anzeigen

BESS: Zwischen Markt & Netz

Warum Batteriespeicher nicht automatisch systemdienlich sind

Batteriespeicher gelten als eine der zentralen Technologien für die Energiewende. Sie können Strom aufnehmen, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist, und ihn später wieder abgeben. Sie können Märkte flexibilisieren, Erzeugungsprofile verbessern und helfen, erneuerbare Energien besser in das System zu integrieren.

Aber genau hier beginnt die eigentliche Debatte:

Ein Batteriespeicher ist nicht automatisch gut fürs Netz.

Ein BESS — also ein Battery Energy Storage System — kann wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden und trotzdem nicht automatisch netzdienlich sein. Entscheidend ist nicht nur, dass Speicher gebaut werden. Entscheidend ist, wie sie betrieben werden, wo sie angeschlossen sind, welche Fahrweise sie haben und welche Rolle sie im Zusammenspiel aus Erzeugung, Verbrauch, Netz und Regulierung übernehmen.

In der zweiteiligen Serie „BESS: Zwischen Markt & Netz“ sprechen Michael Nöding und Dirk Voges mit Christoph Strasser, Geschäftsführer von MaxSolar, und Dr. Andreas Kießling, politischer Sprecher des Bayernwerks, über genau diesen Zielkonflikt.

Im Mittelpunkt steht die Frage:

Wann ist ein Batteriespeicher nicht nur ein funktionierender Business Case, sondern tatsächlich ein systemdienlicher Baustein der Energiewende?

Die Kernaussage der Serie

BESS ist nicht einfach Batteriecontainer plus Erlösmodell.

Batteriespeicher sind Marktinstrument, Infrastrukturkomponente und Systembaustein zugleich. Damit sie ihren vollen Nutzen entfalten, müssen Marktlogik, Netzrealität, Regulierung und technische Steuerbarkeit zusammenpassen.

Die zentrale Unterscheidung lautet:

marktdienlich

netzneutral

netzdienlich

Ein Speicher kann marktdienlich betrieben werden, indem er auf Strompreise, Arbitrage, Regelenergie oder andere Erlösmöglichkeiten reagiert. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass er dem Netz hilft. In bestimmten Situationen kann ein marktorientierter Speicher sogar zusätzliche Netzbelastung erzeugen, etwa wenn er in einer ohnehin kritischen Netzsituation einspeist oder Strom bezieht.

Netzneutral ist ein Speicher dann, wenn er sich so verhält, dass das Netz ihn möglichst nicht als zusätzliche Belastung wahrnimmt.

Netzdienlich wird ein Speicher erst dann, wenn er gezielt so eingesetzt wird, dass er Netzengpässe reduziert, Netzausbau vermeidet oder das System stabilisiert.

Genau dieser Unterschied ist der Kern der gesamten Serie.

Teil 1: Warum der Business Case nicht automatisch systemdienlich ist

In Teil 1 geht es um die Grundlagen: Was leisten Speicher im Energiesystem, wo liegen ihre Grenzen und warum reicht es nicht, allein auf den Business Case zu schauen?

Speicher sind mehr als Standalone-Großbatterien

Die Diskussion über Batteriespeicher wird häufig auf große Standalone-Projekte reduziert. Aus Netzsicht ist das Thema jedoch breiter.

Zur Speicherlandschaft gehören unter anderem:

Heimspeicher in Verbindung mit PV-Anlagen

Elektroautos mit perspektivisch bidirektionalem Laden

Grünstromspeicher in Kombination mit Erzeugungsanlagen

Industriespeicher

Großspeicher

Standalone-Speicher im Netz

Damit wird klar: Speicher sind kein einzelnes Produktsegment, sondern Teil einer größeren Flexibilitätsarchitektur.

Flexibilität wird zum Schlüsselbegriff

Die Energiewende erhöht die Anforderungen an das Netz. Erzeugung wird volatiler, Verbrauch wird elektrischer und Lastprofile verändern sich durch Wärmepumpen, Elektromobilität, Industrie, Rechenzentren und neue Geschäftsmodelle.

Speicher können hier helfen, weil sie Lasten zeitlich verschieben können.

Sie können Energie aufnehmen, wenn viel Erzeugung vorhanden ist, und sie später wieder bereitstellen. Damit entstehen neue Möglichkeiten, erneuerbare Energien besser zu integrieren und bestehende Netzkapazitäten effizienter zu nutzen.

Aber: Flexibilität wirkt nur dann systemisch, wenn sie steuerbar, planbar und netzverträglich eingesetzt wird.

Netzausbau bleibt notwendig

Ein wichtiger Punkt der Folge: Speicher ersetzen den Netzausbau nicht automatisch.

Dr. Andreas Kießling beschreibt, dass das Bayernwerk seine Netzausgaben im Vergleich zu 2021 deutlich erhöht hat. Es geht um Investitionen in Milliardenhöhe, neue Leitungen, Umspannwerke, Verstärkungen und Standardisierung.

Warum dauert Netzausbau trotzdem so lange?

Weil Netze nicht auf der grünen Wiese erneuert werden. Umspannwerke müssen häufig im laufenden Betrieb erweitert werden. Versorgungssicherheit hat Priorität. Das bedeutet: Abschnitte, Übergangslösungen, Materialverfügbarkeit, Fachkräfte und technische Planung bestimmen das Tempo.

Dazu kommen Komponentenknappheit, lange Lieferzeiten und die Herausforderung, Ausbauprojekte industrieller und standardisierter umzusetzen.

Neue Technologien können bestehende Netze besser nutzbar machen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie bestehende Netze intelligenter genutzt werden können.

Genannt wird unter anderem das Freileitungsmonitoring. Dabei können Sensoren helfen, reale Belastungsgrenzen von Leitungen besser einzuschätzen. Wenn Temperatur, Stromfluss und weitere Parameter genauer erfasst werden, lässt sich unter bestimmten Bedingungen mehr Kapazität aus bestehenden Leitungen holen.

Aber auch hier gilt: Eine Leitung ist nur ein Teil des Netzes.

Selbst wenn eine Freileitung mehr aufnehmen kann, können Umspannwerke, Kabel, Netzstruktur oder andere Betriebsmittel weiterhin Engpässe darstellen. Eine höhere Auslastung einzelner Leitungen bedeutet also nicht automatisch, dass der Netzausbau entsprechend reduziert werden kann.

Marktdienlich ist nicht automatisch netzdienlich

Der zentrale fachliche Punkt von Teil 1 ist die Unterscheidung zwischen marktdienlichem, netzneutralem und netzdienlichem Speicherbetrieb.

Ein marktorientierter Speicher reagiert auf wirtschaftliche Signale. Das kann sinnvoll und notwendig sein. Aus Netzsicht reicht das aber nicht.

Wenn ein Speicher zu einem Zeitpunkt einspeist, an dem ohnehin viel PV-Leistung im Netz ist, kann er die Netzbelastung erhöhen. Wenn er zu einem ungünstigen Zeitpunkt Strom bezieht, kann er mit Industrie, Gewerbe, Rechenzentren oder anderen Verbrauchern um Netzkapazität konkurrieren.

Deshalb entsteht eine neue Systemfrage:

Wie muss ein Speicher betrieben werden, damit er nicht nur Erlöse erzielt, sondern auch zur Netzstabilität beiträgt?

Teil 2: Flexible Anschlüsse, Grünstromspeicher und das Gartenzaun-Prinzip

Teil 2 setzt genau dort an, wo Teil 1 endet: bei der Frage, wie Speicher konkret ins Energiesystem integriert werden können.

Es geht um flexible Anschlussmodelle, Investitionssicherheit, Redispatch, Grünstromspeicher und das sogenannte Gartenzaun-Prinzip.

Investitionen brauchen Planbarkeit

Christoph Strasser beschreibt den Zielkonflikt aus Sicht eines Projektentwicklers: Unternehmen wollen investieren und Speicherprojekte voranbringen. Einschränkungen sind grundsätzlich möglich, solange sie kalkulierbar bleiben.

Der entscheidende Punkt ist Wirtschaftlichkeit.

Wenn Vorgaben zu unklar, zu starr oder zu risikobehaftet sind, gefährden sie den Business Case. Dann werden Projekte nicht schneller, sondern langsamer umgesetzt.

Das bedeutet: Flexible Anschlussmodelle können ein wichtiger Hebel sein — aber nur, wenn sie für Investoren transparent, planbar und wirtschaftlich tragfähig sind.

Flexible Anschlussmodelle als Übergang in ein neues System

Flexible Connection Agreements oder flexible Anschlusslogiken können helfen, Speicher schneller ins System zu bringen. Dabei geht es darum, nicht jede Anlage so anzuschließen, als dürfte sie jederzeit in voller Leistung einspeisen oder beziehen.

Stattdessen können bestimmte Fahrweisen oder Hüllkurven vereinbart werden.

Ein Speicher könnte beispielsweise in bestimmten Situationen nicht einspeisen, wenn das Netz ohnehin stark belastet ist. Umgekehrt könnte er gezielt dann laden, wenn viel erneuerbare Erzeugung verfügbar ist.

Das klingt logisch, ist aber technisch, regulatorisch und wirtschaftlich anspruchsvoll.

Grünstromspeicher als zentraler Hebel

Ein Schwerpunkt der Folge ist der Grünstromspeicher.

Gemeint sind Speicher, die in Verbindung mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen — insbesondere PV — gedacht werden. Sie können helfen, Erzeugungsprofile zu verbessern, Einspeisespitzen zu glätten und erneuerbaren Strom zeitlich besser nutzbar zu machen.

Aus Marktsicht werden reine PV-Projekte schwieriger, wenn negative Preise, Profilrisiken und Vermarktungsfragen stärker ins Gewicht fallen. Hybridprojekte aus PV und Speicher können hier eine neue Qualität schaffen.

Aus Systemsicht liegt der Nutzen darin, dass Speicher nicht isoliert neben dem Netz stehen, sondern stärker mit Erzeugung und Netzverknüpfungspunkt zusammengedacht werden.

Redispatch und „Einspeichern statt Abregeln“

Ein weiterer zentraler Punkt ist Redispatch.

Wenn erneuerbare Anlagen abgeregelt werden müssen, obwohl eigentlich grüner Strom verfügbar wäre, entsteht ein Akzeptanz- und Effizienzproblem. Aus Sicht der Branche liegt es nahe, diesen Strom nicht einfach abzuregeln, sondern ihn möglichst zu speichern.

Technisch ist vieles möglich. Die eigentlichen Hürden liegen häufig in Regulierung, Messkonzepten, Abrechnung und praktischer Umsetzung.

Die Folge macht deutlich: Wenn „Einspeichern statt Abregeln“ stärker genutzt werden soll, müssen technische Realität und regulatorischer Rahmen besser zusammenfinden.

Das Gartenzaun-Prinzip

Eines der stärksten Bilder der Folge ist das Gartenzaun-Prinzip.

Die Idee: Nicht jede einzelne Komponente hinter dem Netzanschluss isoliert betrachten, sondern stärker am Netzverknüpfungspunkt denken und regeln.

Für Anlagenbetreiber wäre das verständlicher und praktikabler. Entscheidend wäre dann, was am Übergabepunkt zum Netz passiert. Hinter diesem Punkt könnten Betreiber ihre Anlage, ihren Speicher und ihren Verbrauch möglichst sinnvoll optimieren.

Gerade bei kleineren Anlagen ist das auch eine Akzeptanzfrage. Wenn abgeregelt wird und gleichzeitig der eigene Speicher nicht geladen werden kann, ist das für viele Betreiber kaum nachvollziehbar.

Das Gartenzaun-Prinzip könnte daher ein wichtiger Baustein sein, um Netzlogik, Eigenverbrauch, Speicherbetrieb und Akzeptanz besser zusammenzubringen.

Netzbetreiber sind nicht gegen Speicher

Ein wichtiger Punkt der Diskussion: Netzbetreiber sind nicht gegen Speicher.

Ihr Auftrag ist Netzstabilität.

Deshalb müssen Speicher so eingebunden werden, dass sie das System nicht gefährden. Aus Sicht des Netzbetriebs geht es nicht darum, Speicher zu verhindern, sondern darum, sie so zu integrieren, dass Versorgungssicherheit, Netzstabilität und Energiewende zusammenpassen.

Die Aussage „Bayern ist Sonnenland und muss Speicherland werden“ bringt diese Perspektive gut auf den Punkt.

Zentrale Aussagen aus der Serie

„Der schönste grüne Strom nützt nichts, wenn er nicht durch die Netze zum Kunden kommt.“

Diese Aussage beschreibt den Kern der Netzperspektive: Erzeugung allein reicht nicht. Strom muss transportiert, verteilt und systemisch integriert werden.

„Ein Speicher, der marktdienlich ist, ist nicht zwingend netzdienlich – und umgekehrt.“

Diese Aussage beschreibt den Zielkonflikt der gesamten Serie. Marktlogik und Netzlogik sind nicht automatisch identisch.

„Wir möchten investieren, wir möchten vorangehen. Wir können Einschränkungen aushalten – aber sie dürfen die Wirtschaftlichkeit nicht gefährden.“

Diese Aussage beschreibt die Investoren- und Projektentwicklerperspektive. Speicherprojekte brauchen klare Rahmenbedingungen.

„Bayern ist Sonnenland und muss Speicherland werden.“

Diese Aussage beschreibt die strategische Richtung: Wo viel erneuerbare Erzeugung entsteht, muss auch Flexibilität entstehen.

„Wir wollen dahin kommen, dass wir am Übergabepunkt regeln.“

Diese Aussage fasst das Gartenzaun-Prinzip zusammen. Entscheidend wird der Netzverknüpfungspunkt.

Begriffe kurz erklärt

BESS

BESS steht für Battery Energy Storage System. Gemeint sind Batteriespeichersysteme, die Strom aufnehmen, speichern und später wieder abgeben können.

Marktdienlich

Ein Speicher wird marktdienlich betrieben, wenn seine Fahrweise vor allem auf Marktpreise, Erlöse oder andere wirtschaftliche Signale reagiert.

Netzneutral

Ein Speicher verhält sich netzneutral, wenn er das Netz möglichst nicht zusätzlich belastet. Er wird also so betrieben, dass das Netz ihn in kritischen Situationen nicht als zusätzlichen Engpassfaktor wahrnimmt.

Netzdienlich

Ein Speicher ist netzdienlich, wenn er gezielt zur Entlastung oder Stabilisierung des Netzes eingesetzt wird. Das kann bedeuten, dass er Netzausbau reduziert, Engpässe entschärft oder kritische Situationen vermeidet.

Grünstromspeicher

Ein Grünstromspeicher ist ein Speicher, der in Verbindung mit erneuerbarer Erzeugung gedacht wird, etwa mit einer PV-Anlage. Er kann helfen, erneuerbaren Strom besser zeitlich nutzbar zu machen.

Redispatch

Redispatch bezeichnet Eingriffe in Erzeugung oder Verbrauch, um Netzengpässe zu vermeiden oder zu beheben. Im Kontext der Folge geht es darum, ob und wie Speicher helfen können, Abregelung zu vermeiden.

Gartenzaun-Prinzip

Das Gartenzaun-Prinzip beschreibt die Idee, stärker am Netzverknüpfungspunkt zu regeln. Was hinter diesem Punkt passiert, soll möglichst sinnvoll durch den Betreiber optimiert werden können. Entscheidend ist, wie sich die Anlage gegenüber dem Netz verhält.

Netzverknüpfungspunkt

Der Netzverknüpfungspunkt ist der Punkt, an dem eine Anlage mit dem öffentlichen Netz verbunden ist. Für Speicher, PV-Anlagen und Hybridprojekte wird dieser Punkt künftig immer wichtiger.

Warum das Thema relevant ist

Die Energiewende wird nicht mehr nur daran gemessen, wie viele PV-Anlagen, Windparks oder Batteriespeicher gebaut werden.

Die entscheidende Frage lautet zunehmend:

Funktioniert das System?

Dafür müssen Erzeugung, Verbrauch, Speicher und Netz gemeinsam gedacht werden. Genau hier liegt die strategische Bedeutung von BESS.

Speicher können helfen, erneuerbare Energien besser zu integrieren. Sie können Geschäftsmodelle stabilisieren, Flexibilität bereitstellen und Netze entlasten. Sie können aber auch neue Engpässe schaffen, wenn sie falsch oder rein marktorientiert betrieben werden.

Deshalb reicht es nicht, über Speicher nur als Technologie oder Investment Case zu sprechen.

Es geht um Systemintegration.

Und genau darum geht es in „BESS: Zwischen Markt & Netz“.

Die Gäste

Christoph Strasser

Geschäftsführer MaxSolar

Christoph Strasser bringt die Perspektive der Projektentwicklung und des Marktes ein. Im Fokus stehen Investitionsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Grünstromspeicher, Hybridprojekte und die Frage, wie Speicher schneller in den Markt kommen können.

Dr. Andreas Kießling

Politischer Sprecher Bayernwerk

Dr. Andreas Kießling bringt die Perspektive des Netzbetriebs ein. Im Fokus stehen Netzstabilität, Netzausbau, regulatorische Rahmenbedingungen, netzneutrale und netzdienliche Speicher sowie das Gartenzaun-Prinzip.

Michael Nöding und Dirk Voges

Hosts von „Nöding & Voges: Watt ’ne Law“

Michael Nöding und Dirk Voges ordnen die Diskussion aus energiewirtschaftlicher, rechtlicher und praktischer Perspektive ein.

Fazit

BESS ist eine Schlüsseltechnologie der Energiewende.

Aber der eigentliche Wert entsteht nicht durch den Speicher allein.

Der Wert entsteht durch die richtige Einbindung ins System.

Die zentrale Frage lautet deshalb nicht nur:

Wie viele Speicher bauen wir?

Sondern:

Wie müssen Speicher betrieben werden, damit sie Markt, Netz und Energiewende gleichzeitig dienen?

Genau diese Frage steht im Zentrum der zweiteiligen Serie „BESS: Zwischen Markt & Netz“ bei „Nöding & Voges: Watt ’ne Law“.

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